Die Gattung des Streichquartetts gilt nicht ohne Grund als Königsdisziplin der Kammermusik (wie man landauf, landab liest; in diesem Fall ist eine Wiederholung dieses Aperçus jedoch statthaft): In der konzentrierten Besetzung von zwei Violinen, Viola und Violoncello offenbart sich eine außerordentliche klangliche und strukturelle Dichte, die seit der Wiener Klassik, also seit den Werken Haydns, Mozarts und vor allem Beethovens die Komponist*innen aller Epochen zu Höchstleistungen herausgefordert hat.
Und da sind wir auch schon mitten im „Problem“: Gerade weil das Repertoire von einigen überragenden Namen dominiert wird (Beethoven als der Übervater des Streichquartetts, der unübertroffene Meister), bleibt eine Vielzahl großartiger Streichquartette im Schatten – und das völlig zu Unrecht.
Denn abseits des sogenannten Streichquartett-Kanons finden sich Quartette von bemerkenswerter Ausdruckskraft, kompositorischer Raffinesse und durchaus auch von stilistischer Eigenständigkeit.
In dieser dreiteiligen Blogpost-Reihe sollen solche weniger bekannten, aber künstlerisch lohnenden Werke in den Blick genommen werden – Werke, die nur selten auf den Standardspielplänen erscheinen (und wenn überhaupt, dann höchstens als „kuriose“ Beigabe zu einem ansonsten eher typischen Streichquartett-Programm). Ich möchte zeigen, dass diese Werke in keiner ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Genre fehlen sollten.
Dieser erste Teil der Artikelreihe widmet sich drei ausgewählten Kompositionen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die jede auf ihre Weise neue Perspektiven auf die Gattung eröffnen. Von „Referenzaufnahmen“ wird bei diesen Streichquartetten nur bedingt die Rede sein können, da viele der genannten Werke nur selten überhaupt aufgenommen worden sind. Dennoch habe ich mich bemüht, immer eine sehr charakteristische Aufnahme ausfindig zu machen, die im Vergleich andere Aufnahmen in den Schatten stellt.
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Im Wagner-Jahr 2013 ist das Interesse an dem großen Opernkomponisten selbstverständlich stark gestiegen. Wir veröffentlichen daher auf Referenzaufnahme eine Reihe von Artikeln, die sich mit den besten Wagner-Aufnahmen beschäftigen werden. Den Anfang der „Referenzaufnahme Richard Wagner“-Artikelreihe macht dabei die letzte Oper Wagners, nämlich der Parsifal, der im Jahr 1882, also ein Jahr vor Wagners Tod, uraufgeführt worden ist. Die Oper, bzw. das Bühnenweihfestspiel, wie er es nannte (ein musikalisches Gesamtkunstwerk), beschäftigt sich mit den Ereignissen rund um die Gralssage, nachdem Wagner sich zuvor in seinen Opern mit der germanischen Mythologie auseinandergesetzt hatte (die letzte Oper, die Wagner vor dem Parsifal komponiert hatte war die Götterdämmerung aus dem Zyklus Der Ring des Nibelungen). Der Bruch zwischen nordischer Mythologie (im Ring) und christlicher Mythologie (im Parsifal) wurde von Wagners Zeitgenossen als sehr stark empfunden und viele seiner bisherigen Bewunderer und Freunde wendeten sich nach der Uraufführung von Wagner ab. Prominentester Parsifal-Gegner war der Philosoph Friedrich Nietzsche, der seine freundschaftlichen Beziehungen zu Wagner nach 1882 komplett einstellte. Heutzutage erscheint der thematische Bruch zwischen Wagners früherem Schaffen und seinem Alterswerk zwar nicht weniger krass, jedoch würde heute kaum noch ein Wagnerianer ernsthaft den Themenwechsel als ideologisch problematisch betrachten (ungenommen aller Ideologiekritik, die für Wagners Werk sicherlich ihre Berechtigung hat). Der Parsifal gehört heute zu den meistgespielten Wagner-Opern weltweit (noch vor Siegfried, Götterdämmerung, Tannhäuser, Lohengrin oder den Meistersingern – Quelle 


